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Männer und Haushalt?

In Gesprächen zwischen Frauen und in Comedy-Programmen ist das Thema ein Dauerbrenner: Männer und Haushalt. Im richtigen Leben ist die meist mangelnde Bereitschaft der Männer zur Arbeit im Haushalt ein echtes Männer und HaushaltAuch Männer können den Haushalt schmeißen
Foto: © detailblick
Problem, das vor allem an den Kräften der Frauen zerrt. Doch warum waschen, bügeln, staubsaugen und spülen Männer eigentlich so ungern? Für diese Frage gibt es mehrere Erklärungsansätze.

Zunächst sollte allerdings noch mal felsenfest gehalten werden, dass Männer tatsächlich hausarbeitsfeindlich eingestellt sind. Das zeigt sich vor allem an jenen Exemplaren der männlichen Spezies, die allein, also ohne Frau, leben. Sauberkeit und Ordnung in ihren vier Wänden lassen oft (Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel) sehr zu wünschen übrig, ihre Kühlschränke sind bis auf einige Bier- oder Weinflaschen gähnend leer und die Wäsche besorgt nach wie vor die treue Mama oder eine Wäscherei.

Wenn sich die negative Einstellung zur Hausarbeit auch in einer Partnerschaft oder gar Ehe fortsetzt, dann sind Konflikte programmiert. Einen Mann zur Hausarbeit zu bewegen ist meistens sehr schwierig. Das liegt zum Beispiel am geschlechtsspezifischen Rollenverständnis, das in unserer Gesellschaft vorherrscht. Selbst ganz junge Männer denken immer noch - oder schon wieder? - dass die Pflege des Haushalts und alle damit verbundenen Aufgaben Frauensache wären. Sich selbst sehen Männer als "Haushaltsvorstand", also als Entscheidungsträger und auch als Finanzchef des Unternehmens "Haushalt und Familie". Fatal ist nur, dass sich diese Eigenbetrachtung auch dann kaum ändert, wenn sie arbeitslos sind oder allenfalls ein Salär nach Hause bringen, das hinten und vorne nicht reicht.

Wenn der Mann nicht genug verdient, geht die Frau ebenfalls arbeiten. Das Paar teilt sich also die Verantwortung für die Finanzen - die Verantwortung für den Haushalt bleibt dennoch überwiegend an der Frau hängen. Nun wird nämlich ein weiteres männliches Argumentationsmodell wirksam: Sie arbeitet zwar, aber sie "arbeitet mit". Das heißt so viel wie: Sie hilft ihm zwar, sie bringt auch Geld heim, aber er ist immer noch der Hauptverdiener. Und der Hauptverdiener kann sich nicht auch noch um den Haushalt kümmern, das wäre wirklich ein bisschen viel verlangt, oder?

Aber auch unter anderen, ökonomisch angenehmeren Vorzeichen gibt es Probleme. Denn je erfolgreicher ein Mann ist, je mehr Geld er nach Hause bringt, desto weniger ist auch er geneigt, seiner Frau im Haushalt zu helfen oder gar dort regelmäßige Pflichten zu übernehmen. Nun kommt die tief verwurzelte Auffassung zum Tragen, dass Geld und Prestige die Rechtfertigung dafür sind, dass "minderwertige" Aufgaben rundherum abgelehnt werden. Der wohlhabende "Haushaltsvorstand" ist damit zwar keinen Deut besser als sein armer Gegenpart, er kann die daraus resultierenden Probleme und Konflikte aber anders lösen. Wenn genug Geld vorhanden ist, kann man sich prima von Verpflichtungen freikaufen. Wie die aussehen, ist von Fall zu Fall, von Ehe zu Ehe unterschiedlich. Mal wird die Frau mit großzügigen Geschenken bedacht, mal wird der Haushalt mit allen nur erdenklichen Geräten ausgestattet, die die Hausarbeit erleichtern, mal wird gar eine Putzfrau oder eine Haushälterin eingestellt.

Wenn die Männer freilich wüssten, was US-Forscher herausgefunden haben wollen, dann würden sie sich wohl blitzschnell ändern. Studien sollen ergeben haben, dass Männer, die im Haushalt helfen, mehr Sex haben als die Haushaltsmuffel. Die Frauen der Helfer sind nämlich entspannter und zufriedener - was sich sofort aufs Schlafzimmer auswirkt.
Text: St. H.

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