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Männer im Erziehungsurlaub

Die traditionelle Rollenverteilung innerhalb einer Familie hat sich seit der Neuregelung der Elternzeit (früher Vater kuschelt mit BabyDas Kuscheln mit dem Baby ist das schönste
im Erziehungsurlaub - © Hannes Eichinger
Erziehungsurlaub) grundlegend geändert. Waren es früher in der Regel die Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes den Erziehungsurlaub in Anspruch genommen haben, werden es heutzutage immer mehr Männer, die die aktive Vaterrolle übernehmen.

Seit dem 01.01.2001 hat die Elternzeit den Erziehungsurlaub abgelöst - mit dem Augenmerk, die Väter mehr an die Erziehung ihrer Kinder zu beteiligen. Der Begriff "Erziehungsurlaub" galt als völlig überholt, da er leicht zu Missverständnissen führte. Das Wort "Urlaub" ließ vielmals annehmen, dass die Zeit nach der Geburt des Kindes ein entspannender Urlaub für die junge Mutter wäre. Der Ausdruck "Elternzeit" ist demnach viel treffender, da die Kindeserziehung mit dem verbundenen Pflichten der Haushaltsführung alles andere als ein Zuckerschlecken ist. Weiterhin wurde die Bezahlung komplett neu gestaffelt und gilt nun häufig als Anreiz für den Mann, sich die Elternzeit mit der Frau zu teilen oder sie sogar ganz zu übernehmen. 12 Monate lang erhält der Erziehende 67 Prozent seines Nettogehaltes (max. 1.800 Euro). Da der Mann häufig der Hauptversorger der Familie ist, ist der Lohnausfall demnach nicht mehr so hoch. So kann der Vater daheim bei dem Kind bleiben, während die Mutter wieder voll ihrer Arbeit nachgeht.

Tipps für die Elternzeit
Männliche Elternzeit-Nehmer sind jedoch immer noch Pioniere in der neuen Rollenverteilung. Oftmals haben sie in ihrem näheren Umfeld mit zahlreichen Vorurteilen, allerlei Skepsis und spöttischen Bemerkungen zu kämpfen. Besonders der Umstand, dass nicht nur die Kindererziehung, sondern auch die täglichen Pflichten und Aufgaben im Haushalt von den Männern übernommen werden, stößt bei vielen Menschen negativ auf. Dabei wäre etwas mehr Toleranz und seelische Unterstützung viel hilfreicher, um die Männer in ihrer neuen und überaus wichtigen Rolle zu unterstützen. Kinder und Väter profitieren nämlich gleichermaßen von der aktiven Vaterrolle. Ein präsenter Vater wird von den Kindern mit einem sehr intensiven Verhältnis belohnt. Neben der Mutter, die sonst überwiegend die unangefochtene Nummer Eins beim Nachwuchs war, wird nun auch der Vater als gleichwertiges Elternteil angesehen. Dieser Umstand ist für die Bindung zwischen Vater und Kind ein überaus erfreulicher Effekt, der sich zudem positiv auf die Entwicklung des Kindes auswirkt. Er ist zugleich die häufigste Begründung der Männer, wenn sie die Elternzeit für sich in Anspruch nehmen.

Weiterhin bemerkt der Mann, dass der 24-Stunden-Job eines "Familien-Managers" ziemlich anstrengend sein kann und eine ernstzunehmende Tätigkeit ist. Die traditionelle Frauenrolle als Mutter und Hausfrau wird dadurch ins rechte Licht gerückt und erfährt endlich auch vom vermeintlich starken Geschlecht die Anerkennung, die ihr gebührt. Dieser Respekt wirkt sich ebenso vorteilhaft auf die partnerschaftliche Beziehung zwischen Mann und Frau aus.

Alles in allem ist er emanzipierte Mann für sein soziales Umfeld und für die Familie ein Gewinn! Neben dem besseren Verständnis für die Bedürfnisse seiner Frau und seiner Kinder erfährt er für sich die enge Vater-Kind-Bindung und kann bei der Entwicklung seines Sprösslings hautnah dabei sein. Darüber hinaus kann die berufliche Auszeit des Mannes zur Neuorientierung bzw. zu verstärkter Motivation und intensivierter Betriebsbindung führen.
Text: S. H.

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