Wann ein Mann ein Mann ist, darauf hat Herbert Grönemeyer vor Jahren versucht, eine musikalische Antwort zu geben.
Gute Väter haben viel Zeit für die Kinder
Foto: © fabienne lerault Wann allerdings ein Mann ein guter Vater ist, das ist ein viel heikleres Thema. Denn es geht bei dieser Frage ja nicht nur um ihn als Person, sondern es ist eben auch noch ein anderer Mensch involviert; ein keiner Junge oder ein kleines Mädchen, die auf den Papa zählen, sich an ihm orientieren und auf ihn verlassen möchten.
Noch im letzten Jahrhundert war die Frage nach einem guten Vater ganz einfach zu beantworten: Ein guter Vater war, wer ein guter Ernährer war. Von den Männern wurde lediglich erwartet, dass sie genug Geld nach Hause brachten, um sämtliche Rechnungen des Hauses bequem zahlen zu können - und möglichst noch ein bisschen darüber hinaus. Dafür konnten sie ihrerseits erwarten, dass sie mit nichts behelligt wurden, was auch nur irgendwie mit Haushaltsführung, Garten oder gar Kindererziehung zu tun hatte. Der Nachwuchs hatte frisch gewaschen und möglichst schon bettfertig parat zu stehen, wenn der Herr des Hauses von der Arbeit kam. Dann wurden allenfalls noch ein paar Worte gewechselt, vielleicht auch noch mal die Fingernägel inspiziert und es ging ab unter die Decke.
Heute ist ein solches Vaterbild völlig undenkbar. Weder würde die Gesellschaft einen solchen Vater akzeptieren, noch wollen die Männer selbst heute derart abgeschieden von ihrer Familie leben und nur aufs Geldverdienen reduziert werden. Stattdessen möchten Männer zunehmend teilhaben am Aufwachsen und an der Entwicklung ihrer Kinder, sie wollen Vorbild, Ratgeber und Freund in einem sein.
Das ist ein hoher Anspruch, der oft, wie kann es anders sein, an der Realität scheitert. Auch der Tag des besten Vaters hat nur 24 Stunden und einen erklecklichen Teil davon verbringt der Mann auch heute noch an seinem Arbeitsplatz. Wenn er zurück am heimischen Herd ist, dann haben seine Kinder und, von der klassischen Familiensituation ausgehend, seine Frau ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein guter Vater zu tun hat. Die Kinder brauchen Aufmerksamkeit und Zeit. Sie wollen erzählen, was sie bewegt, sie möchten mit dem Vater ein wenig spielen, toben, vielleicht sogar noch etwas am späten Nachmittag oder am Abend unternehmen. Ihre Mutter dagegen erwartet von einem guten Vater, dass er sie zuallererst mal entlastet und in Haus und Garten mit anpackt. Das ist vor allem dann ein großes Thema, wenn auch sie berufstätig ist. Dann hat sie nachvollziehbarerweise den Wunsch, selbst ebenfalls wertvolle Zeit mit den Kindern zu verbringen, statt abgehetzt zu versuchen, mit dem Haushalt hinterherzukommen.
Das liebe Geld und die Organisation des täglichen Lebens sind bis heute jene Faktoren, die es Familien am schwersten machen, einigermaßen zufrieden und ausgeglichen zu leben und damit auch den Erwartungen, die an sie als Eltern gestellt werden, gerecht zu werden. Männer, die gute Väter sein wollen, sollten deshalb ihre Anforderungen an sich selbst herunterschrauben und gelassen bleiben. Je verkrampfter man einem Ideal hinterherhechelt, desto unwahrscheinlicher wird es, es je zu erreichen. Ein guter Vater muss seine Kinder vor allem lieben und ernsthaft an ihnen interessiert sein, dann ergibt sich alles andere von allein.
Ein paar Tipps für die Erziehung gibts beispielsweise auch bei der DAK.
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