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Männer in der Partnerschaft

Man muss es den Männern lassen: Wenn sie eine Partnerschaft eingehen, dann möchten sie, dass die Frau so bleibt, wie sie ist. Frauen hingegen nehmen Dinge, die sie am Partner stören, eher klaglos hin - aber nur, weil sie Ein Mann schaut seine Partnerin zärtlich anMänner können auch sehr liebevoll und zärtlich sein
Foto: © Warren Goldswain
sich den Mann in der Partnerschaft noch "hinbiegen" wollen. Damit sind Konflikte von vornherein unvermeidbar - und das auf beiden Seiten.

Männer sind in der Partnerschaft eher bequem, darauf muss Frau sich einrichten. Wenn er von der Arbeit heimkommt, dann bringt er das Gefühl mit, Feierabend zu haben. Nun möchte er nicht mehr mit lästigen Pflichten konfrontiert werden. Stattdessen ist er überzeugt, dass ihm jetzt eine Belohnung zusteht - etwa in Form eines guten Essens, einer Kuschelstunde oder eines ungestörten Fußball-Fernsehabends. Sie sieht das freilich ganz anders. Seine "Belohnung" für die Arbeit wird am Monatsende als Gehalt auf das Konto überwiesen; weitere Ansprüche kann er ihrer Meinung nach nicht aus seinem täglichen Gang ins Büro ableiten. Folgerichtig erwartet sie, dass er sie bei der Hausarbeit unterstützt oder sich verstärkt mit den Kindern beschäftigt. Zwei Weltansichten prallen aufeinander.

Hausarbeit und Finanzen, das sind die häufigsten Konfliktpunkte in deutschen Ehen. Denn wenn es um das Geld geht, dann verdient er ihrer Ansicht nach viel zu wenig, während er meint, dass sie viel zu viel ausgibt. Es sind häufig noch die alten Rollenverständnisse, die einem veränderten Alltag hinterherhinken und Probleme bereiten. Männer empfinden sich nach wie vor als Haushaltsvorstand und betrachten Hausarbeit als "Aufgabe der Frau". Dass die möglicherweise selbst einer Erwerbsarbeit nachgeht, interessiert allenfalls an zweiter Stelle. Der Mann erwartet zudem, dass er das Geld, das er verdient, auch kontrollieren kann. Frauen müssen deshalb oft über jeden Cent Rechenschaft ablegen und empfinden ihre Männer umgekehrt als kontrollsüchtig und geizig. Oh weh. Die Herren der Schöpfung sehen auch kein Problem darin, wenn sie in der Arbeit völlig aufgehen und häufig Überstunden machen. Das tun sie für die Frau, für die Familie. Jedenfalls sagen sie das und die meisten glauben sicher auch selbst daran. Die materielle Absicherung der Familie wird höher bewertet als das tägliche Zusammensein.

Da Menschen Gewohnheitstiere sind, gewöhnen sich Männer schnell an ihre Frau. Das hat zur Folge, dass sie keine Unterschiede mehr wahrnehmen. Sie sehen die Frau als Ganzes, als Vertrautes, durchaus auch als etwas Begehrenswertes. Aber alles zu seiner Zeit! Und was hat Begehren damit zu tun, dass sie schon wieder einen neuen Fummel trägt oder beim Friseur gewesen ist? Solche Details übersehen Männer gern. Falls sie ihnen auffallen, dann werden sie eher negativ bewertet, etwa im Sinne einer überflüssigen Geldausgabe. Für Frauen ist das ein Zeichen von Ignoranz und Gleichgültigkeit. Das ist für einen Mann unverständlich. Er liebt seine Frau doch auch, ohne dass sie sich ständig etwas Neues zum Anziehen kauft. Das macht ihn im Gegenteil eher eifersüchtig. Steckt etwa ein anderer dahinter?

Im Mann steckt immer auch ein Machtmensch. Leider kann das nicht jeder im Beruf ausleben. Die, die nicht Chef geworden sind, kompensieren das gern daheim. Da wird der Frau dann die Welt erklärt - auch, wenn sie selbst eigentlich ganz gut weiß, wie die funktioniert.
Text: S. H.