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Herrenmode - Männer und Mode oft so eine "Sache"

Für die Herren der Schöpfung ist es in den letzten Jahren HerrenmodeSportliche Kleidung für Männer / Foto: © Leo immer wichtiger geworden, sich gut angezogen zu präsentieren. Denn egal, ob im Beruf oder in der Privatsphäre, Äußerlichkeiten haben enorm an Bedeutung zugelegt. Es bräuchte eine soziologische Abhandlung, um genau die Hintergründe aufzuzeigen, die zu dieser Entwicklung geführt haben. Fakt jedenfalls ist, dass sie stattgefunden hat und dass Männer heute mehr denn je auf ihre Erscheinung achten. Dazu gehört einerseits eine veränderte, natürlich im Sinne von verbesserte, Körperpflege. Wo früher Rasierschaum, Zahnbürste und Deo gereicht haben, da steht heute im Bad eine ähnlich umfangreiche "Batterie" an Kosmetikprodukten wie bei Frauen. Es soll übrigens nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sich auch farblose Nagellacke und Mascara für Männer auf breiter Front durchsetzen.
Das zweite Standbein einer gepflegten Erscheinung ist die Kleidung. Schon immer haben Männer mit ihrer Bekleidung die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stand oder zu einer Berufsgruppe dokumentiert. Damit ist jetzt nicht die standardisierte Arbeitskleidung gemeint, wie etwa die weißen Anzüge und Kittel der Mediziner. Sie haben zwar auch etwas mit Rangordnung, überwiegend jedoch mit praktischen Erwägungen zu tun. Aber nehmen wir zum Beispiel einmal die Mitarbeiter einer Werbeagentur und vergleichen wir sie mit jungen Anwälten. Die Werber werden mit bunten, lässigen Outfits ihre Kreativität unter Beweis stellen wollen; die Nachwuchsanwälte dagegen werden sich eher betont seriös und vertrauenserweckend kleiden. Modetrends kommen zwar bei beiden Gruppen zum Tragen, spielen aber eigentlich erst in der Freizeit eine wirklich tragende Rolle.

Da die Männer also zu echter Mode und zu Trends, die ihren Namen auch verdient haben, erst vor noch gar nicht so langer Zeit gefunden haben, geht die Branche sanft mit ihnen um. So verändern sich die modischen Trends in der Herrenbekleidung deutlich langsamer als bei den Damen. Männer, die auf eine modische Erscheinung Wert legen, können ihre Sachen demnach etwas länger tragen als Frauen, die den gleichen Anspruch haben. Schnitte, Muster und Farben haben eine deutlich längere "Lebensdauer". Lediglich bei neuen Materialien liegen beide Bereiche stets gleichauf. Das liegt daran, dass neue Materialentwicklungen meistens keine optische Wirkung haben. Glanzstoffe einmal ausgenommen - sondern eher mit Trageeigenschaften überzeugen. Stretchausstattung, Waschbarkeit, Atmungsfähigkeit - das sind Beispiele für Materialausrüstungen, die sowohl in der Damenmode als auch in der Herrenmode sofort aufgegriffen werden.

Ein Indiz dafür, wie sehr Männer heute auf modische Bekleidung achten, sind die vielen Designerlabels, die in den letzten Jahren eigene Herrenlinien auf den Markt gebracht haben. Kaum ein Modeschöpfer von Rang erlaubt es sich heute noch, die Herren nicht mit einer eigenen Kollektion zu beglücken. Wenn sich ein Mann einmal für "sein" Label entschieden hat, dann ist er ein treuer Kunde. Oft schauen sich Männer anschließend gar nicht mehr bei anderen Herstellern um, sondern greifen fast blind zu dem, was ihre Lieblingskollektion auf den Markt bringt. Frauen haben dafür oft wenig Verständnis. Aber Männern gefällt es nun mal, wenn sie schnell etwas finden, was ihnen wirklich gefällt. Denn auch, wenn sich die Einstellung zur Mode verändert hat, Shoppingmuffel sind Männer deshalb trotzdem immer noch.